SMEURA- Reisebericht März 2014

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    • SMEURA- Reisebericht März 2014

      Es tut mir leid, zur Zeit hab ich wirklich viel zu tun. Ich hätte euch schon gerne mehr berichtet. Da natürlich auch andere neugierig sind, haben wir zumindest einen Beitrag fertig gemacht. Die kleine Maus hat mich ganz besonders berührt. Der Beitrag ist auf der TH Homepage daher ist er nicht so persönlich geschrieben, als wenn ich nur im Forum berichtet hätte. Noch eine kurze Info. Es war eine ganz besondere Erfahrung die ich mit Sicherheit nie vergessen werde. Es gab traurige Momente aber auch sehr schöne. Ausführlicher wird es demnächst werden, da wir sehr viel Erlebt haben. Aber lest selbst den ersten kurzen Bericht. Weitere Fotos unter: tierheim-verlorenwasser.de/akt…251-abira-die-starke.html Die von der OP hab ich hier mal weggelassen....
      Unsere Ehrenamtlerinnen Jassi und Jeanie waren vor kurzem in Rumänien in der SMEURA, um sich selbst ein Bild über das größte Tierheim der Welt zu machen. Jassi schilderte ein besonderes Schicksal, das uns sehr nahe geht: "Bei unserem Eintreffen in der SMEURA sahen wir uns zuerst die Krankenstation an: Ganz hinten in der äußersten Ecke saß ein kleines Welpenmädchen in einer Gitterbox - ein einziges Häufchen Elend. Es hieß, sie hätte einen Unfall gehabt. Beim Herausnehmen sah ich das ganze Ausmaß ihrer schlimmen Verletzungen: Von den Ohren war nur noch die Hälfte vorhanden und in der Nase hatte sie ein Loch. Sie ist erst drei, vier Monate alt und hat in ihrem kurzem Leben schon so viel Schreckliches erleben müssen? Es dauerte lange, bis ich abends im Hotel einschlafen konnte. Am nächsten Tag nahmen wir sie wieder aus der Box. Die Kleine freute sich über die Zuwendung - auch wenn es ihr anfangs ein wenig unheimlich war. Aber das Stück Pansen fand sie Klasse - und da kam auch schon mal ein leiser wohliger Knurrer. Doch wie ich erfuhr, waren nicht nur die Ohren und die Nase verletzt, auch der Schwanz sollte noch amputiert werden. Was für ein Unfall soll das gewesen sein? Beide Ohren ab, Loch in der Nase und nun auch noch der Schwanz! Die kleine Maus ließ mir keine Ruhe. Meine Gedanken kreisten ständig um sie. Ich schickte die ersten Handybilder ins Tierheim Verlorenwasser und fragte, ob sie die Kleine aufnehmen würden, denn in Rumänien hat sie keinerlei Chancen, jemals aus dem Tierheim herauszukommen. Ich war mir sicher, dass sie mir in Verlorenwasser diesen Wunsch, sie nach Deutschland zu holen und über's Tierheim vermitteln zu können, nicht abschlagen würden. Was war ich glücklich, als die ersehnte Antwort kam: "Ja, wir nehmen sie auf". Am nächsten Tag hatte ich das große Glück, die Kleine zur OP begleiten zu können. Die Narkose bekam sie in meinen Armen. Beim Rasieren des Schwanzes wurde dann das ganze Ausmaß sichtbar. Er hing nur noch an einer einzigen Sehne! Ich konnte nicht anders: Mir liefen die Tränen, obwohl ich mir doch fest vorgenommen hatte, mich zusammenzureißen. Aber andererseits war ich mir sicher: Jetzt wird alles besser! Sie wird ihre Chance bekommen! Nachmittags besuchte ich sie wieder. Das schönste war: sie hörte meine Stimme und freute sich. Sie hat so viel durchgemacht und dennoch freut sie sich über Menschen. Obwohl ich merkte, dass sie sich duckt, sofern man mit der Hand von oben kommt. Dann kam der traurige Abschiedstag. Vor der Fahrt zum Flughafen konnte ich sie nochmal für eine halbe Stunde rausnehmen. Sie konnte die Sonne und Nähe genießen. Als ich sie aufs Gras setzte, guckte sie sofort, wo ich bin. Es fiel mir unendlich schwer, mich von ihr zu verabschieden, aber ich hoffe so, dass sie hier schnell ein tolles neues Zuhause findet. Also wer sich nicht in diese Maus verliebt, ist selber Schuld. Auch wenn manch einer meint, sie wäre entstellt: Nein, das ist sie ganz und gar nicht. Diejenigen sehen nicht mit dem Herzen. Sie hat mich neben einigen anderen Schicksalen ganz besonders berührt. Und ich bin dem Tierheim dermaßen dankbar, dass sie eine Chance bekommt. Und natürlich hoffe ich, dass auch viele andere Leute die kleine Maus so bezaubernd finden wie ich. Ich fand, sie hat einen ganz besonderen Namen verdient! Abira soll sie heißen. Das bedeutet "Die Starke".
      Liebe Grüße
      Jasmin

      Mit einem kurzen Schweifwedeln kann ein Hund mehr Gefühl ausdrücken, als mancher Mensch mit stundenlangem Gerede. (Louis Armstrong)
    • Reisebericht März 2014

      Ein Besuch im größten Tierheim der Welt, der SMEURA


      März 2014: Endlich war es soweit und es sollte losgehen. Jeanie und ich (Jassi) sind zwei Deutsche, die sich ehrenamtlich im Tierheim Verlorenwasser engagieren. Schon länger hatten wir vor, uns auch mal ein ausländisches Tierheim anzuschauen.

      Nun war es also soweit.
      Seitdem die Flüge im Januar gebucht waren, stieg von Tag zu Tag die Aufregung, was uns in Rumänien erwarten würde.
      Wie würde es sein, so vielen Hunden gegenüber zu stehen?
      Welche Bilder würden uns erwarten? Würden wir diese verkraften können?

      2013 wurde das Abschlachten der Straßenhunde in Rumänien erlaubt. Seitdem konnte man so einige grausame Nachrichten lesen, die mit dementsprechenden Bildern unterlegt sind. Ausführliches dazu findet man auch auf der Homepage der Tierhilfe Hoffnung e.V. Dieser Verein hat das SMEURA-Tierheim aufgebaut.

      Hier in Deutschland ist man fernab von diesen Geschehnissen und in den Medien wird zu wenig darüber berichtet.
      Tierschützer versuchen, auf die Situation in Rumänien aufmerksam zu machen. Dem möchten wir uns gerne anschließen.
      Deshalb wollten wir uns die Situation vor Ort selbst anschauen, um uns ein eigenes Bild zu machen und unseren Besuch zu dokumentieren.
      Wir möchten Ihnen/Euch davon einen Einblick geben.

      Schon bei der Planung unserer Rumänienreise hatten wir uns vorgenommen, an einem Tag unseres Aufenthaltes auch die Hundefänger zu begleiten sowie eine Tötungsstation zu besuchen. Allerdings war uns schon bei dem Gedanken daran nicht wohl. Wir wussten nicht, was uns erwarten würde, aber wir wollten trotzdem alles mit eigenen Augen sehen.

      Die Organisation von Seiten der SMEURA-Mitarbeiter war einfach top.
      Wir wurden direkt vom Flughafen abgeholt. Leider hatte sich alles ein wenig verzögert, da wir am Flughafen ewig auf das Gepäck warten mussten. Kaum hatten wir das Flughafengelände verlassen, lief ein humpelnder Hund mit Plastikmüll im Maul über die vierspurige Straße. Am liebsten hätte ich den Fahrer gebeten anzuhalten. Unterwegs sah man immer wieder mal Hunde an den Straßen - und leider auch den einen oder anderen toten Hund.



      Viele Leute leben noch in sehr ärmlichen Verhältnissen. Die Felder werden teilweise noch mit Pferdekarren bewirtschaftet.



      Es liegt dort unheimlich viel Müll herum.



      Und scheinbar ziehen auch heute noch Leute mit Pferdekarren durchs Land.


      Der Fahrer begleitete uns beim Geldtausch und gab uns die Möglichkeit, gleich für die nächsten Tage Verpflegung einzukaufen. Wir hatten schon Sorge, dass wir es zeitlich am ersten Tag nicht mehr in die SMEURA schaffen. Als wir im Hotel ankamen, wurden wir von den hoteleigenen Hunden freudig begrüßt. Sie dürfen sich dort frei bewegen und gehören einfach dazu. Besonders der große Schäfimix mit nur drei Beinen hat sich vor Freude fast überschlagen.



      Obwohl die Tierpfleger bereits Feierabend hatten und eigentlich nur noch die Nachtwache in der SMEURA war, durften wir auch nach Arbeitsschluss kommen und Anna-Maria, die Tierheimleiterin, kennenlernen. Auch die Krankenstation und einige Welpen durften wir besuchen. Diese haben sich riesig gefreut, nochmal ihre Zimmer verlassen zu können und auf dem Flur zu toben.


      Unter anderem waren dort auch einige Hunde, die im hinteren Körperteil gelähmt waren. Bei so einem Anblick kommen einem die Tränen und man fragt sich, warum einige nicht erlöst werden. Doch dann sieht man, wie flink sie sich fortbewegen und vor allem, wie sehr sie sich freuen. Und es gibt auch Wunder und einige dieser Hunde finden ein Zuhause und dürfen ausreisen.



      In einem weiteren Raum waren Quarantäne-Boxen - sowohl mit Katzen als auch Hunden (fast ausschließlich Welpen). Leider hatte es ein Welpe nicht geschafft, er hatte den Kampf um sein Leben verloren - wie so viele andere schon zuvor.

      Dann kamen wir in den Teil, in dem die relativ frisch verarzteten Hunde untergebracht sind. Der Gestank war kaum auszuhalten.



      In diesem Raum wird man sofort mit dem gefährlichen Leben der Straßenhunde konfrontiert. Die Verletzungen sprechen für sich. Die unterschiedlichsten Verletzungen wie z.B. Amputationen bis hin zu offenen Halswunden, die auf Strangulationen zurückzuführen sind.




      Dort saß auch Abira, die wir bereits vorgestellt haben: dieses Welpenmädchen war anfangs unsicher, ob wir es gut mit ihr meinen. Ich spürte, wie sie mit sich haderte, ob sie sich nun trauen sollte an dem Finger zu schnuppern oder nicht. Es zerreißt einem das Herz!



      Ein Welpe, ja wie soll ich es beschreiben: Beide Ohren sahen wie abgeschnitten aus und sie hatte in der Nase ein Loch. Sie duckte sich, wenn man mit der Hand von oben kam. Ein Welpe von ca. 3-4 Monaten. Den verletzten Schwanz, der noch amputiert werden sollte, hatte ich noch gar nicht gesehen. Was hatte man diesem unschuldigen Baby angetan?

      Wenn jetzt jemand meint: Oh Gott, ich lese lieber nicht weiter, den möchte ich bitten, doch weiter zu lesen. Denn die SMEURA ist ein Ort, an dem diesen Tieren geholfen wird. Sie kümmern sich um die gejagten, misshandelten und geschundenen Tiere!
      Es ist ein Ort, der dringend unsere Unterstützung braucht! Das sollte uns in den nächsten Tagen immer klarer werden.
      Und so standen wir am Abend unseres Ankunftstages vor den vielen Welpen. Die Zahl von 1000 Welpen konnten wir gar nicht glauben.



      Auf dem Weg ins Hotel war es still im Auto. Jeder hatte die Bilder im Kopf von diesem Abend, vor allem von all den verletzten Hunden.
      Die Gedanken kreisten und es war uns mulmig zumute, wie die nächsten Tage wohl ablaufen würden.
      Die Nacht war unruhig wie erwartet. Die Hunde in Pitesti verständigten sich durch Heularien in der Nacht.
      Es war wie eine Welle, die sich durch die Straßen zog. Ein Hund nach dem anderen fing an zu heulen. Gänsehaut ist da garantiert. (Fortsetzung wird folgen)





























      Weitere Bilder gibt es noch auf der HP bzw. folgen mit der Fortsetzung: waldtierheim.de/aktuelles/2285…-reisebericht-teil-i.html
      Liebe Grüße
      Jasmin

      Mit einem kurzen Schweifwedeln kann ein Hund mehr Gefühl ausdrücken, als mancher Mensch mit stundenlangem Gerede. (Louis Armstrong)
    • Reisebreicht Teil II

      Unser zweiter Aufenthaltstag sollte der aufregendste Tag unserer Reise werden.

      Auf der Fahrt von unserem Hotel in der Stadt Pitesti zur Smeura
      sahen wir diverse Hunde auch in der Stadt. Urspünglich dachten wir, dass
      wir gar keine Straßenhunde mehr sehen würden.



      Besonders am Stadtrand
      liegen vor Grundstücken diverse Hunde. Sie scheinen aber dorthin zu
      gehören.








      Direkt vor der Smeura befinden sich auch im Wald viele Hundehütten.
      Dort leben die sogenannten Waldhunde, die von den Smeura-Mitarbeitern
      versorgt werden.



      Auf dem Weg zur Smeura kamen wir an der staatlichen
      Tötungsstation entlang. Sie befindet sich ca. 500m vor der Smeura.
      Solche Tötungsstationen wurden seit den neuen Gesetzen zum
      Abschlachten der Hunde 2013 in ganz Rumänien errichtet. Es sind mit
      EU-Geldern völlig neu errichtete Anlagen, die nur dem Zweck dienen,
      Hunde einzufangen und sie 2 Wochen - meist ohne ausreichende Versorgung -
      zwischenzulagern, ob sich ein Adoptant findet. Wenn niemand kommt - was
      dort meist so ist -, werden die Hunde getötet. Auch dafür gibt es dann
      wieder eine EU-Prämie.



      Manch ein deutsches Tierheim verfügt nicht über die finanziellen Mittel, sich solche Anlagen zu leisten.


      Als wir im privaten Tierheim Smeura ankamen, das von
      dem deutschen Verein Tierhilfe Hoffnung e.V. geführt wird, wurden wir
      von wirklich allen Mitarbeitern mit einem freundlichen Lächeln begrüßt.
      Worte sind da überflüssig, obwohl einige Mitarbeiter dennoch versuchten,
      etwas auf rumänisch zu erklären. Aber oftmals klappte es mit Händen und
      Füßen, sich zu verständigen ;)

      Wir verschafften uns einen kleinen Überblick vom Gelände.



      Um den Eingang der Smeura herum dürfen sich einige alte Hunde frei
      bewegen und verbringen die meiste Zeit damit, sich die Sonne auf den
      Pelz scheinen zu lassen - während man von der einen oder anderen
      Hofkatze belagert wurde und man diese erst mal ordentlich durchkraulen
      musste.


      Nach
      einem kurzen Rundgang durch die Smeura ging es zur Tötungsstation. In
      den letzten 10 Tagen waren 130 Hunde von den staatlichen Fängern
      eingefangen worden. Die Smeura versucht, so viele Hunde wie möglich, von
      dort herauszuholen.

      Das Gefühl, diesen Ort zu betreten, kann ich kaum beschreiben. Die
      Smeura ist ja in Luftlinie nur ca. 500 m entfernt und von dort ist
      natürlich Gebell zu hören.
      Dennoch herrscht trotz 130 Hunden in der
      Tötungsstation buchstäblich Totenstille. Ich konnte mir das gar nicht
      vorstellen. Als ob die Hunde wüssten, was das für ein Ort ist.


      In
      der Tötung sind keine Foto-Aufnahmen gestattet. Es sieht für Fremde
      äußerlich alles neu und gut aus - aber es ist ein schrecklicher Ort. Um
      der Smeura die "Zusammenarbeit" mit der Tötungsstation im Interesse
      der Tierrettung nicht zu erschweren, möchte ich mich öffentlich nicht
      weiter äußern.

      Als wir zurück zur Smeura fuhren, kam ein Hilferuf rein.
      Die Smeura hat glücklicherweise ein eigenes Hundefängerteam.



      Sie gehen ganz anders mit den Tieren um, als die staatlichen
      Fängertruppen. Wenn ein Notruf im Smeura-Tierheim ankommt, muss alles
      sehr schnell gehen, um anderen Fängern zuvorzukommen. So ging es dann
      auch mit maximaler Geschwindigkeit durch die Stadt. Tierliebe Menschen
      hatten einige Welpen an einer Bahnstrecke im Wohngebiet gesichtet und
      die Notrufnummer gewählt.
      Ein älterer Herr wartete bereits vor Ort auf das Team.


      Und
      dann geschah etwas, was ich befürchtet hatte zu erleben. In einer
      Erdhöhle waren sechs Welpen, doch die Mutter war so ängstlich, dass sie
      sofort die Flucht ergriff.



      Die Smeura-Leute kümmerten sich sofort um die Welpen und brachten sie in einer Box unter.



      Sie gingen dabei äußerst liebevoll mit den Tierchen um. Dann
      versuchten sie, die Mutter einzufangen. Leider war kein Rankommen - alle
      Lockversuche blieben erfolglos.



      Das Blasrohr wurde vorbereitet, doch leider war das Gelände zu
      schwierig und die Gefahr zu groß, sie entweder nicht zu treffen oder
      dass sie sich irgendwo verkriecht.


      So
      mussten wir die Mutter leider allein mit ihrem Schicksal zurücklassen,
      was mir sehr zu schaffen machte. Aber wir erfuhren, dass die Smeura
      nochmal hinfährt, und so lange sucht, bis sie die Mutter haben.
      Wieder
      im Tierheim angekommen, wurden alle Welpen untersucht, geimpft,
      entwurmt, gechipt und erhielten sofort ihre eigene Box in der
      Quarantäne.


      Solche
      Einsätze sind leider keine Ausnahme, sondern tägliche Routine. Dadurch
      befinden sich in der Smeura über 1000 Welpen! Ja, tatsächlich: 1000
      Welpen allen Alters, aller Größen, mit kurzem oder langem Fell…
      1000
      Welpen, die ein Zuhause suchen, aber kaum eine Chance haben, in Rumänien
      eines zu finden, während hier in Deutschland die Leute Welpen auf
      illegalen Märkten erwerben, die qualvoll nachproduziert werden und viel
      zu früh von der Mutter getrennt werden. Oftmals erliegen sie dann
      ungeimpft diversen Krankheiten.

      Zurück in der Smeura kamen wir gerade
      rechtzeitig, denn der vom Tierheim Verlorenwasser organisierte LKW mit
      Futter, den Tierfreunde aus ganz Deutschland extra für die Smeura
      gespendet hatten, war angekommen und wurde gerade entladen.

      23
      Tonnen Futter! Wow, ist das eine riesige Menge Futter. Kaum
      vorstellbar, dass es nur 14 Tage reichen sollte. Und hier noch einmal
      meine Bitte: die Lieferung ist noch nicht vollständig abbezahlt - das
      Tierheim Verlorenwasser braucht dringend noch Spenden (dafür
      Verwendungszweck Smeura-Futter).



      Ein ereignisreicher Tag neigte sich dem Ende. (Bericht Teil III folgt)



      Tierheim Verlorenwasser
      Kontonummer: 35 27 00 34 00
      Bankleitzahl: 160 500 00
      Mittelbrandenburgische Sparkasse
      b]IBAN: DE 05160500003527003400
      BIC: WELADED1PMB

      Mehr Fotos gibt es hier: waldtierheim.de/aktuelles/2286…reisebericht-teil-ii.html



      Ein paar weitere Bilder:















      Die Welpen aus der Höhle:










      [/quote]
      Liebe Grüße
      Jasmin

      Mit einem kurzen Schweifwedeln kann ein Hund mehr Gefühl ausdrücken, als mancher Mensch mit stundenlangem Gerede. (Louis Armstrong)
    • Reisebericht Teil III

      Der für mich bewegendste und traurigste Teil des Reiseberichtes.....


      Am dritten Tag unseres Aufenthaltes kamen wir morgens gerade rechtzeitig,
      um uns anzusehen, wie die Schubkarren mit dem neuen Futter beladen wurden und auf dem Weg zu den Paddocks waren.
      Meist ist kaum Futter vorrätig, so dass neue Lieferungen sofort verbraucht werden.



      Jeder Paddock hat einen Pfleger und die Schubkarren sind dementsprechend numeriert.



      Die nächsten zwei Tage verbrachten wir damit, uns alle Zwinger anzuschauen und einen kleinen Einblick in den Tierarztbereich zu bekommen.



      Vorher konnten wir aber noch unseren Fahrer dabei begleiten, wie er jeden Tag! die Waldhunde füttert.



      Viele davon leben in den Wäldern um die Smeura herum. Viele trauten sich nicht raus: sie merkten sehr wohl unsere Anwesenheit.
      Aber einige warteten bereits auf ihr Futter. Der Fahrer durfte nah an sie ran.
      Fremde wurden deutlich verbellt. Und man sieht auch, dass viele gut genährt sind.



      Die Paddocks in der Smeura sind in drei Bereiche eingeteilt. Im ersten Bereich befinden sich 13 Reihen mit bis zu 30 Zwingern innerhalb
      einer Reihe. Man kann sich kaum vorstellen, wie lang so eine Reihe ist! Früher war das mal eine Fuchsfarm zur Pelzzucht.



      Der Gang zwischen diesen Reihen ist gerade mal so breit, dass eine Schubkarre durchpasst. Die Dächer sind so niedrig, dass ich mich mit
      meinen 160cm gerade nicht ducken muss. Es ist ein sehr beklemmendes Gefühl, sich durch diese Gänge zu zwängen. Vor allem, wenn links und
      rechts die Hunde in die Gitter springen und um Aufmerksamkeit betteln.



      Das Gebell ist ohrenbetäubend. Viele Hunde stecken einem ihre Nasen oder auch Pfötchen entgegen. Sie saugen jede nette Geste, jede Streicheleinheit gierig auf.



      Einige klammerten sich regelrecht fest. Andere schliefen auf Paletten- trotz des Lärms. Sie haben die Hoffnung auf ein anderes Leben wohl
      aufgegeben. Das ist ein Moment, wo man am liebsten alle in die Arme nehmen würde und ihnen sagen würden, dass man ihnen helfen wird.



      Aber das ist bei dieser Menge an Hunden unmöglich. Aber für einen kleinen Teil dieser Hunde werden wir versuchen zu helfen. Denn jeder
      gerettete Hund ist die Mühe Wert.Leider mussten wir feststellen, dass wir unser Vorhaben, viele der alten, großen und auch behinderten
      Hunde zu fotografieren, nicht umsetzen konnten.
      Wir wollten ursprünglich versuchen, sie in Deutschland auf einer Internetseite vorzustellen in der Hoffnung, jemand verliebt sich in einen von ihnen.

      Aber unser Besuch verursachte sehr viel Stress unter den Hunden. Sie waren eingeschüchtert, wussten nicht, was wir wollten, waren wir doch
      fremd für sie und es ist sicher nicht üblich, dass sich Fremde in die Zwinger verirren. So konnten zwar viele Hunde mit ihrem Pfleger schmusen, aber mit uns war das schwieriger.



      Manche wiederum überschlugen sich vor Freude und man konnte deswegen kein Foto machen. Zudem war es bei einigen äußerst schwierig, an die
      Ohrmarke heranzukommen, denn die Marke ist doch recht klein und die Ziffern somit schwer zu erkennen. Auch konnten wir nicht die ganze Zeit
      die Mitarbeiter von ihrer Arbeit abhalten. Hinzu kam die Sprachbarriere.

      Wir mussten erkennen, dass wir unser Vorhaben nicht umsetzen konnten.Die Tränen nahmen ihren Lauf und wir waren verzweifelt, denn so haben viele der Tiere nie eine Chance.



      Die Tierärzte arbeiten 7 Tage die Woche. Von morgens bis abends werden die Halbstarken kastriert. Ich konnte nicht zählen, wie viele
      Hunde dort tagtäglich kastriert werden. Laut Homepage der Tierhilfe Hoffnung haben sie bereits über 33.000 Hunde kastriert. Mit einer Art
      Bollerwagen werden die Halbstarken nach dem Zahnwechsel zur OP gefahren.



      Aber nicht nur Kastrationen, sondern auch jede andere OP wird dort durchgeführt: Beinbrüche, Lidrandtumore, Halswunden von Strangulationen,
      Bisswunden und Amputationen - einfach alles gehört dort fast zur Tagesordnung. Einem alten Schäfi wurde ein entarteter Hoden entfernt.
      Bei der OP bemerkten sie einen weiteren Tumor im Bauchraum. Dieser wurde dann auch noch entfernt.



      Sie geben sich unheimlich viel Mühe und ich bin ihnen sehr dankbar, dass wir dabei sein durften.
      Inder Tierarztpraxis hingen auch diverse Briefe deutscher Kinder und rührten einen zu Tränen. Auf den Fotos können Sie sich diese gerne
      anschauen.



      Wir wurden überall freundlich begrüßt und uns wurde kein Wunsch abgeschlagen.
      Wir haben sehr oft miterleben dürfen, wie unheimlich liebevoll die Pfleger mit den Hunden umgehen.



      Von daher kann ich nur sagen, dass es eine teils traurige aber durchaus auch positive Erfahrung war, die wir erleben durften.
      Dieganz schlimmen Situationen aus so manchen Dokus sind uns erspart geblieben, denn die Smeura ist ein Ort der Hoffnung in all dem Elend in Rumänien.Zurück bleiben dennoch die Bilder der schrecklich misshandelten Hunde, die vielen traurigen Hundeaugen der Tiere, die sichan uns festklammerten und uns anflehten, mitkommen zu dürfen.



      Viele dieser Hunde werden die Smeura wohl nie verlassen können. DieseHunde sind in der Smeura sicher vor Misshandlungen und Tötung, die
      ihnen als freilaufender Hund evtl. widerfahren würden, aber dennoch würde man jeden dieser Hunde lieber in einem eigenen Zuhause sehen.
      Dieser Wunsch bleibt leider ein Traum. Und ich hoffe, sie werden nie Hunger leiden müssen.

      Sie brauchen Hilfe. Es ist eine unbeschreibbare logistische Meisterleistung, was die Tierhilfe Hoffnung dort vollbringt.
      Jeden Tag kümmern sich die Pfleger um die Hunde, jeder Hund bekommt sein Futter, die Zwinger werden gesäubert.
      Für die Welpen und kranken Hunde wird abends ein Brei mit Reis vorgekocht.



      Selbst auf unserer Heimreise, als der Fahrer uns zum Flughafen brachte, hielt er unterwegs an, um an einer Raststätte ca. 80 km weit
      weg von der Smeura, freilaufende Hunde zu füttern.




      Die Smeura kastriert tagtäglich, um die Vermehrung einzudämmen.

      Und die Smeura fährt auch in die Schulen und versucht, bereits die Kinder aufzuklären.


      Diese Arbeit hat unsere Unterstützung verdient!!!

      Vielleicht denken Sie jetzt darüber nach, ob der nächste Welpe vom
      Züchter sein muss oder ob vielleicht einer dieser Hunde eine Chance
      bekommen kann.

      In Verlorenwasser stellen wir weiterhin kostenlos Lagerfläche zur
      Verfügung und sammeln Sachspenden, die dann zur Smeura geschickt werden,
      sobald ein LKW zusammengekommen ist.

      Was aber natürlich besonders wichtig ist, sind Ihre Geldspenden für Futter und Kastrationen.
      Bitte helfen Sie uns, der Smeura zu helfen!

      Unser Spendenkonto
      Tierheim Verlorenwasser
      Kontonummer: 35 27 00 34 00
      Bankleitzahl: 160 500 00
      Mittelbrandenburgische Sparkasse
      [b]IBAN: DE 05160500003527003400
      BIC: WELADED1PMB

      Ich habe mir vorgenommen, der Smeura einen weiteren Besuch abzustatten. Vielleicht hat jemand Interesse
      mitzukommen. Allein hätte ich mich nie getraut, so eine Reise zu unternehmen, denn man muss sich unbedingt austauschen und gegenseitig stützen können. Durch das Tierheim Verlorenwasser hatte ich die Möglichkeit, gemeinsam mit einer anderen Tierfreundin zu fahren. Das hat viel ausgemacht.

      Melden Sie sich einfach beim Tierheim, wenn unser Projekt Sie interessiert.

      Damit endet hier mein Reisebericht. Ich werde in den nächsten Tagen noch einige Fotos von Jeanie und mir
      einstellen und hoffe, dass möglichst viele Menschen sich aufraffen, das eine oder andere Tierschicksal zu lindern. Danke für's Lesen. Ihre /
      Eure Jassi.
      Liebe Grüße
      Jasmin

      Mit einem kurzen Schweifwedeln kann ein Hund mehr Gefühl ausdrücken, als mancher Mensch mit stundenlangem Gerede. (Louis Armstrong)
    • Hatte ich dir schon geantwortet:

      Jassi0207 schrieb:

      graziella schrieb:

      @Jassi207: Wer hilft denn den Windhunden in der Smeura ? Gibt es da einen Verein ?
      Oh welcher Verein oder ob das ein spezieller ist, keine Ahnung. :ka:
      Als wir da waren sind Windhunde ausgereist.
      Liebe Grüße
      Jasmin

      Mit einem kurzen Schweifwedeln kann ein Hund mehr Gefühl ausdrücken, als mancher Mensch mit stundenlangem Gerede. (Louis Armstrong)
    • Bildergalerie

      Hier einfach noch ein paar unsortierte Fotos die in den Reiseberichten nicht so richtig Platz hatten. Vielleicht hat der eine oder andere ja noch Lust sich ein paar Eindrücke anzuschauen.

      Viel mehr Fotos gibt es hier zu sehen: waldtierheim.de/aktuelles/2303-smeura-bildergalerie.html




      Die älteren Hunde, die sich frei bewegen dürfen, genießen den Kontakt mit den Mitarbeitern.



      Diese arme Seele hat schon vieles erlebt und wie man sieht: nicht viel Gutes.



      Überall auf dem Gelände der SMEURA stehen Hundehütten, die liebevoll mit Decken ausgelegt sind.



      Ein neuer Hund, der auf seine Untersuchung wartet.



      Die Paddocks - dicht an dicht.



      Sie bestehen aus einem überdachten und einem nicht überdachten Teil.



      Welpen jeden Alters, Größe, wuschelig oder kurzhaarig...





      Liebevoller Umgang der Mitarbeiter mit den Hunden...



      Transport der Halbstarken zum Tierarzt für die Kastra.



      Wird er je eine Chance bekommen? Groß und ziemlich kräftig aber sooo lieb und wollte einfach nur kuscheln.



      Die Katzen haben die Ruhe weg.



      Einer der Hunde, der außerhalb der SMEURA lebt und mal reinschaut.



      Einige haben sich schon aufgegeben.



      Elli durfte abends mit dem Rolli raus.



      Hoffentlich behält er sein fröhliches Wesen und verlernt das Lachen nicht.



      Die beiden hätten sich am liebsten verkrochen.



























      Liebe Grüße
      Jasmin

      Mit einem kurzen Schweifwedeln kann ein Hund mehr Gefühl ausdrücken, als mancher Mensch mit stundenlangem Gerede. (Louis Armstrong)
    • Nessi schrieb:

      so viele traurige Hundeaugen.............
      stimmt ich darf nicht darüber nachdenken,fast 5000 Hunde hinter Gittern :flenn: :flenn: :flenn:
      Tierliebe Grüße, Anita
      Man kann auch ohne Hund leben, aber es lohnt sich nicht. (Heinz Rühmann)

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